Am
fünfzehnten Tage des Morgens begab ich mich zum ersten Truppe der
Karawane, der größtentheils aus armen Pilgern bestand, die voraus
eilten, um an den Brunnen, zu dem wir heute kommen mußten, so bald wie
möglich ihren Durst zu stillen. Bey meiner Ankunft auf dem Wasserplatze,
der Ennabé heißt, fand ich bereits einen Brunnen gereiniget und mehrere
Twater um denselben herumgelagert. Als ich mich zu ihnen gesetzt hatte um
mein Frühstück zu verzehren, erblickte ich einen alten Mann, der sich
einen Weg durch den Sand bahnte, um schneller zum Brunnen zu kommen. Ich
bot ihm, nach wechselseitigen Grüßen, eine Hand voll Datteln und etwas
Fleisch an, welches er mit herzlichem Danke annahm, es küßte und seine
Stirn damit berührte. Er legte die Speisen in den Sand, und begab sich
zur Quelle, wo er sehr lange trank und dann mit tiefer Andacht sein
Elham-Du-lillah betete. Alsdann kehrte er wieder zu uns zurück und
erzählte mir, daß er seit drey Tagen kaum zur Hälfte seinen Durst
gestillet habe. Diese war seine dritte Reise von Fez nach Mecca. Er war
jetzt, wie man mir sagte, sechzig Jahre alt, und dabey ohne die geringste
Bequemlichkeit für die Reise, ohne Lebensmittel und selbst ohne Wasser;
kurz er besaß nichts, als was ihm einige gutmüthige Reisende aus
Mitleiden oder aus Achtung für seine Pilgerschaft mittheilten."