es ist, als sei die wüste ohne maß, ohne grenze, urgegeben und zeitlos.
ob wir das jahrtausend vor oder nach christus schreiben, es hat seine
bedeutung verloren. was soll die zeit in vollendeter abgeschiedenheit ? so
wird die erde einst wieder sein, wenn leben und sterben vergangen sind.
die ewigkeit ist hier an die stelle der zeit getreten, jene ewigkeit, vor
der unser kleines leben in nichts zusammenschmilzt...
erschüttert steht man in der wüste im
grenzenlosen des nur-räumlichen. leer spannt sich der himmel über die
leere.
aber die leere hat inhalt genug, um das leben eines menschen ganz zu
erfüllen. es bedarf der zeit, die seele der wüste zu erfassen. doch wer
die sprache des toten raumes verstehen gelernt hat, verfällt der wüste
für immer. es ist unfaßbar, wie unser innerstes an den bildern der
fürchterlichen öde hängen bleibt. sie fesselt in ihrer traurigkeit und
feierlichen größe. ein tagesmarsch in ihr ist wie ein tropfen im meer.