Die Nacht schlief ich auf etwas feuchtem Gras
in einem Winkel des Hofes.
In dem Dorfe Suha hatte ich ein merkwürdiges
Abenteuer. Ich bat den Duti, der am Tore saß, mir etwas Korn zu verkaufen
und, als er nicht wollte, mir aus Mitleid etwas zu essen zu schenken. Er
sagte aber, er könne nichts entbehren. Indem ich mir den unfreundlichen
alten Mann näher ansah, um die Ursache seines Mißvergnügens, welches in
seinem Auge lag, zu entdecken, rief er einen Sklaven, der in der Nähe in
einem Kornfeld arbeitete, und befahl ihm, ein Grabscheit mitzubringen.
Hierauf wies er ihm einen Platz an und
ließ ihn dort ein Loch graben. Der Duti murmelte während dieser Arbeit
vor sich hin, wobei er öfters die Worte wiederholte "danka tu,
taugt zu gar nichts" und "jankra lemen, wahre
Plage".
Da ich diese Ausdrücke nur auf mich beziehen
konnte und die Grube gar sehr das Ansehen eines Grabes annahm, so hielt
ich es für das klügste, mein Pferd zu besteigen und mich aus dem Staub
zu machen.
In diesem Augenblick kam der Sklave, der in
das Dorf gegangen war, mit dem nackten Leichnam eines neun- oder
zehnjährigen Knaben zurück, den er an einem Arm und einem Bein hinter
sich herschleppte und mit einer rohen Gleichgültigkeit, die ich nie zuvor
gesehen hatte, in die Grube warf. Während er die Leiche mit Erde
bedeckte, sagte der Duti mehrere Male "nafula attiniata,
verlornes Geld", woraus ich dann schloß, daß der Knabe einer seiner
Sklaven gewesen sei und der durch seinen Tod erlittene Verlust der Grund
seiner Mißstimmung sei.