Ereignisse während der Gefangenschaft in
Benaum,
Gebräuche, Sitten und Charakter der Mauren
Obwohl die Mauren selbst sehr träge sind,
wissen sie doch ihre Untergebenen unvergleichlich zu beschäftigen. Mein
Negerjunge Damba mußte in den Wald hinaus, um für Alis Pferde Heu
herbeizuschaffen, und auch für mich fanden sie eine Beschäftigung,
nämlich das Amt eines Barbiers. Da ich aber gleich mein erstes Opfer, den
jungen Prinzen von Ludamar, dem ich den Bart scheren sollte, ins Ohr
schnitt, befahl mir Ali, aufzuhören und meiner Wege zu gehen. Das tat ich
gern, denn ich hatte es mir zur Regel gemacht, mich so untauglich als nur
möglich anzustellen, weil ich dies für das einzige Mittel hielt, meine
Freiheit bald wiederzuerlangen.
...weshalb die
Magnetnadel immer nach der großen Wüste zeige...
Am 18. März brachten vier Mauren meinen
Dolmetscher Johnson angeschleppt und mit ihm ein Bündel Zeug, das ich bei
Daman Djomma hinterlegt hatte... Aber er [Ali] war sehr enttäuscht, als
er beim Durchsuchen meiner Sachen viel weniger Gold und Bernstein fand,
als er geglaubt hatte. Um seiner Sache sicher zu sein, ließ er mich bis
auf die Haut untersuchen, was die Mauren mit ihrer gewöhnlichen Rohheit
taten. Sie nahmen mir dabei meine Uhr, meinen Taschenkompaß und alles ab,
was ich an Gold und Bernstein bei mir trug. Zum Glück hatte ich einen
zweiten Kompaß in den Sand verscharrt. Der Kompaß bildete bald den
Gegenstand der abergläubischen Neugier Alis. Er war sehr begierig zu
wissen, weshalb die Magnetnadel immer nach der großen Wüste hinzeige.
Ich sagte, daß meine Mutter weit über die Sahara hinaus wohne und daß,
solange sie lebe, die Nadel immer dahinzeige, wo sie sei und mir als
Führer diene, stürbe sie aber, so würde sie auf ihr Grab zeigen. Ali
gab mir schließlich den Kompaß zurück mit der Äußerung, er halte ihn
für etwas Magisches und möchte mit einem so gefährlichen Instrument
nichts zu schaffen haben.
...mir die Augen
ausstechen zu lassen, weil sie wie Katzenaugen aussähen...
Am nächsten Tag beratschlagte man über mein
Schicksal, und ich erhielt die verschiedensten Nachrichten über das
Ergebnis, deren aber keine tröstlich für mich war. Einige sagten, man
wolle mich umbringen, andere, daß ich nur die rechte Hand verlieren
solle, und von Alis eigenem Sohn erfuhr ich, daß sein Oheim seinen Vater
überredet habe, mir die Augen ausstechen zu lassen, weil sie wie
Katzenaugen aussähen. Ali wolle aber das Urteil nicht eher vollziehen
lassen, als bis die Königin Fatima mich gesehen hätte.